Was Männer über eine gutartig vergrößerte Prostata wissen sollten

© Orawan AdobeStock 515202890
Je älter Männer werden, desto mehr nimmt die Anzahl der Prostatazellen zu und mit ihnen auch das Volumen der Prostata. Durch die Vergrößerung wird die Harnröhre allmählich eingeengt und es kann zu typischen Beschwerden wie Harndrang oder Problemen beim Wasserlassen kommen.
Zur Behandlung stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Bei starken Beschwerden kann auch eine Operation infrage kommen.
Q&A: Wissenswertes zum Thema Prostatavergrößerung
Warum kommt es zu einer Prostatavergrößerung?
Bei jungen Männern hat die Prostata in etwa noch die Form einer Kastanie oder Walnuss und umschließt den obersten Teil der Harnröhre, die mitten durch die Prostata verläuft. Etwa ab dem fünften Lebensjahrzehnt nimmt die Anzahl der Prostatazellen zu – folglich nimmt die Prostata an Volumen zu. Man spricht in den allermeisten Fällen von einer gutartigen Prostatavergrößerung. Das bedeutet, dass es sich nicht um eine bösartige Erkrankung wie Prostatakrebs handelt.
Es vermehren sich hauptsächlich die Zellen, die sich um die Harnröhre herum befinden. Das führt dazu, dass diese allmählich eingeengt wird.
Auch wenn es sich im Fall einer gutartigen Prostatavergrößerung nicht um eine ernsthafte Erkrankung handelt, können bestimmte Symptome den Alltag von Männern beeinträchtigen.
Zu welchen Symptomen kann es kommen?
Ist die Prostata deutlich vergrößert, drückt sie auf die Blase und Harnröhre. Das kann zu folgenden Beschwerden führen:
- häufiger und starker Harndrang, besonders in der Nacht,
- Probleme, das Wasserlassen zu beginnen,
- der Harnstrahl ist schwächer,
- das Wasserlassen dauert länger,
- nach dem Wasserlassen tropft der Urin nach,
- die Blase fühlt sich nicht komplett entleert an.
Kommt es zu Symptomen, wird das in der Medizin als benignes Prostatasyndrom (BPS), also gutartiges Prostatasyndrom, bezeichnet. Fast alle Männer bekommen es mit zunehmendem Lebensalter mit der Prostata zu tun, allerdings muss es nicht zwangsläufig bei allen zu Beschwerden kommen.
Gibt es bestimmte Ursachen oder Risikofaktoren?
Es wird angenommen, dass die Vergrößerung der Prostata ein Teil des normalen Alterungsprozesses ist. Aus diesem Grund wird das Alter als einer der wichtigsten Risikofaktoren gesehen, es können aber auch andere Faktoren beteiligt sein. Grundsätzlich sind die Ursachen nicht genau bekannt.
Q&A: Diagnose & Behandlung der Prostatavergrößerung
Wie kann eine Prostatavergrößerung erkannt werden?
Nimmt man bestimmte Symptome wie etwa Beschwerden beim Wasserlassen wahr, ist eine Vergrößerung der Prostata zwar naheliegend, muss aber nicht immer die Ursache sein – auch die Blase oder Nieren können dahinterstecken.
Im ärztlichen Gespräch wird mittels einer genauen Anamnese und eines standardisierten Fragebogens erhoben, um welche Beschwerden es geht und wie stark sie die Lebensqualität beeinträchtigen.
Weitere Untersuchungen können sein:
- Körperliche Untersuchung,
- Untersuchung der äußeren Genitalien,
- Digital-rektale Untersuchung,
- Urinuntersuchung,
- Restharnbestimmung,
- Bestimmung des PSA-Wertes im Blut
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Die Behandlungsoptionen bei einer gutartigen Prostatavergrößerung sind grundsätzlich sehr vielfältig und hängen ab vom
- Ausmaß der Beschwerden,
- Leidensdruck,
- Alter,
- allgemeinen Gesundheitszustand
Im Vordergrund steht dabei eine Verringerung der Symptome, um die Lebensqualität der Betroffenen zu erhöhen – mit folgenden Behandlungsmöglichkeiten:
Aktives Beobachten der Symptome: Bei leichten Beschwerden kann es ausreichend sein, den Alltag etwas umzustellen und einmal im Jahr zur Kontrolluntersuchung zu gehen.
Medikamentöse Behandlung: Einige Männer, die aufgrund ihrer Beschwerden ärztlichen Rat einholen, entscheiden sich für eine unterstützende medikamentöse Behandlung. Dabei wird ein bestimmtes Medikament eingesetzt, das die Prostata- und Blasenmuskulatur entspannt und dadurch das Wasserlassen erleichtert.
Pflanzliche Arzneimittel: Es gibt viele pflanzliche Arzneimittel, die dabei unterstützen sollen, die Symptome zu lindern, jedoch sind viele dieser Mittel nicht ausreichend gut erforscht.
Operation zur Verkleinerung der Prostata: Mithilfe verschiedener Operationstechniken kann das Prostatagewebe entfernt oder zerstört werden. Ein Grund für eine Operation können etwa immer wiederkehrende Infektionen oder sehr starke Beschwerden sein, die sich nicht mit anderen Maßnahmen lindern lassen.