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Mikrobiom und Allergien: Zusammenhang besser verstehen
![]() © New Africa AdobeStock 650452370 Im menschlichen Körper gehen tagtäglich unzählige komplexe Vorgänge vor sich, bei denen nach wie vor neue Zusammenhänge erforscht werden. Eine wichtige Rolle spielen hier auch die Bakterien, die in jedem Körper leben. Die Gesamtheit all dieser Bakterien wird als Mikrobiom bezeichnet. Ein Teil dieses Mikrobioms ist die Darmflora, also die hilfreichen Bakterien, die den menschlichen Darm besiedeln. Ohne diese Darmflora würde die Verdauung nicht funktionieren, sie hängt jedoch auch eng mit der Funktion des Immunsystems zusammen. Außerdem ist aktuell Gegenstand der Forschung, ob die Darmflora und das gesamte Mikrobiom Einfluss auf die Entstehung von Allergien haben. Gute Bakterien, böse BakterienBei Bakterien denkt man zunächst in erster Linie an Krankheitserreger. Das ist jedoch nur ein kleiner Teil des riesigen Spektrums dieser Mikroorganismen, das auf der Welt existiert. Eine Vielzahl von Bakterien übernimmt wichtige Aufgaben im Körper. Neben den Darmbakterien gibt es beispielsweise auch welche auf der Haut. Vereinfacht ausgedrückt ist es wichtig für den Körper, dass die guten Bakterien, die er zum Funktionieren benötigt, in der richtigen Anzahl vorhanden sind und die unerwünschten Bakterien übertreffen. Geraten die Mengenverhältnisse in Schieflage, können zum Beispiel Bakterien überhandnehmen, die für Entzündungen oder andere Erkrankungen sorgen. Bakterien, die uns schaden, werden grundsätzlich vom Immunsystem in Schach gehalten. Damit das Immunsystem die Bakterien angreift, die uns zu schaffen machen, und nicht das eigene Mikrobiom schädigt, ist es wichtig, dass es den Unterschied lernt. Darmflora in den KinderschuhenDie Grundsteine für das Mikrobiom und ein funktionierendes Immunsystem werden bereits gelegt, wenn Babys gerade erst auf die Welt kommen. Es existieren inzwischen viele Studien, die den Zusammenhang aufzeigen, dass beispielsweise bei natürlichen Geburten u.a. Bakterien an Säuglinge weitergegeben werden, die eine wichtige Rolle für den Aufbau des eigenen Immunsystems spielen. Außerdem ist inzwischen festgestellt worden, dass bei Personen, die später an allergischem Asthma erkranken, bereits im Säuglingsalter eine bestimmte Kombination von Darmbakterien vorlag. Solche Erkenntnisse legen nahe, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Mikrobiom und besonders der Darmflora auf der einen Seite und Allergien auf der anderen Seite geben könnte. Was ist eigentlich eine Allergie?Solche Erkenntnisse sind hoch spannend, da bis heute bei den meisten Allergien nicht abschließend erforscht ist, warum sie überhaupt entstehen. Fest steht, dass bei einer Allergie das Immunsystem auf einen eigentlich harmlosen Stoff reagiert, als wäre dieser Stoff gefährlich und müsste bekämpft werden, wie zum Beispiel:
Auch andere Stoffe, mit denen die Haut Kontakt hat, können Allergien auslösen, häufig sind beispielsweise Latex- oder Nickel-Allergien. Das Immunsystem setzt dann eine typische Abwehrreaktion in Gang. Deswegen entstehen bei einer Pollenallergie ähnliche Symptome wie bei einer Erkältung oder bei Kontaktallergien Rötungen oder Reizungen der Haut. Im Grunde genommen kann man also sagen, es liegt eine Fehleinschätzung des Immunsystems vor. Vieles hängt mit dem Mikrobiom zusammenWarum das Immunsystem nun bestimmte Stoffe fälschlicherweise als Gefahr einstuft, ist nach wie vor Gegenstand der Forschung. Bei manchen Allergien liegt ein höheres Risiko vor, wenn die Allergie bereits in der Familie vorkommt. Erkenntnisse wie der Zusammenhang zwischen Asthma und der Zusammensetzung der Darmflora im Babyalter deuten jedoch darauf hin, dass das Mikrobiom für die Entstehung von Allergien wichtig ist. Auch beim Mikrobiom der Haut werden Zusammenhänge deutlich. So gibt es bei Patienten, die an Neurodermitis leiden, oft mehr Bakterien auf der Haut, die an der Entstehung von Entzündungen beteiligt sind. Die genauen Zusammenhänge aufzuklären, bleibt bisher noch Aufgabe der Forschung. Man kann jedoch mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung vieles für die eigene Darmflora tun und damit in jedem Fall dem Immunsystem helfen. Zudem ist es wichtig, schon Babys möglichst ausgewogen zu ernähren, denn damit kann man bereits bei den Kleinsten dazu beitragen, das Allergierisiko zu senken.
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