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Gesundheit

Grippeschutzimpfung: Wann am besten impfen?

 

Ältere Frau erhält Impfung in Oberarm

© Maria Vitkovska AdobeStock 906510545

Die echte Grippe beginnt oft abrupt. Sie breitet sich über Tröpfcheninfektion aus und nimmt jährlich einen wellenartigen Anstieg der Krankheitsfälle an. Ebenfalls typisch ist das ausgeprägte Krankheitsgefühl, das besonders für Risikogruppen ernst werden kann. Jedes Jahr aufs Neue ist die Grippeimpfung deshalb ein fester Bestandteil der saisonalen Gesundheitsvorsorge.

Die echte Grippe im Unterschied zu einer Erkältung

Gemeinsam haben die Grippe und eine Erkältung, dass ihre Ansteckung über Tröpfchen beim Sprechen, Husten oder Niesen erfolgt und beide als virale Infektionen in erster Linie die Atemwege befallen. 

Im Gegensatz zu einer echten Grippe lässt sich eine Erkältung (grippaler Infekt) aber meist gut daran erkennen, dass sie sich Schritt für Schritt entwickelt. Als frühes Erkältungssymptom gilt das klassische Kratzen im Hals, oft gefolgt von Schnupfen und mitunter auch Husten. 

Die Grippe hingegen setzt eher schlagartig ein und wird von bestimmten Influenzaviren ausgelöst. Viele Erkrankte fühlen sich innerhalb weniger Stunden deutlich geschwächt.

Typische Symptome einer Grippe (Influenza) sind:

  • Fieber

  • trockener Husten

  • Kopf- und Gliederschmerzen

  • starke Müdigkeit und Erschöpfung

Bei gesunden Erwachsenen klingt eine Influenza in der Regel nach einigen Tagen ab. Husten und Erschöpfung können jedoch etwas länger anhalten. Mit Vorerkrankungen steigt das unter anderem Risiko für Komplikationen wie Lungenentzündungen und in seltenen Fällen Entzündungen des Herzmuskels.

Der beste Zeitpunkt für die Grippeimpfung

Wenn Influenzaviren über mehrere Wochen in der Bevölkerung zirkulieren, leitet das die Grippesaison ein. In Deutschland liegt der Schwerpunkt der Grippewelle meist im Winter. Denn Grippeviren bleiben bei kühler und trockener Luft stabiler. Häufig steigen die Fallzahlen nach dem Jahreswechsel schlagartig an. Der genaue Beginn kann aber von Saison zu Saison variieren.

Um vor einer Ansteckung – oder zumindest aber einem schweren Verlauf – geschützt zu sein, sollte das Immunsystem gut vorbereitet werden, noch bevor die Grippewelle ihren Höhepunkt erreicht.

Für die saisonale Grippeschutzimpfung gilt der Herbst deshalb als der beste immunologische Zeitraum. Nach einer Influenzaimpfung braucht der Körper etwa 10 bis 14 Tage, um ausreichend Abwehrstoffe zu bilden. Im Idealfall wurde die Impfung deshalb ab Oktober bis Mitte Dezember, und noch vor dem Jahreswechsel, verabreicht. 

Wenn der Impfzeitpunkt verpasst wurde

Der Verlauf einer Grippesaison lässt sich nie genau vorhersagen. Manche Wellen dauern Monate an. Manchmal kommt es zu einer späteren Ausbreitung. Für Kurzentschlossene kann die Impfung also auch dann sinnvoll sein, wenn der Impfzeitraum von Oktober bis Anfang Dezember verpasst wurde. Insbesondere dann, wenn die Grippewelle gerade erst startet. Wichtig bleibt der zeitliche Vorlauf: Ein Schutz baut sich erst innerhalb von zwei Wochen auf.

Wer von einer Grippeimpfung besonders profitiert

Influenza kann den Körper stark fordern. Daher ist eine Impfung gerade für Menschen empfohlen, die ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf darstellen.

  • Die STIKO empfiehlt die Impfung für ältere Menschen ab 60 Jahren. Das liegt daran, dass das Immunsystem mit zunehmendem Alter schwächer reagiert und Komplikationen wahrscheinlicher werden.
  • Eine weitere Risikogruppe stellen Schwangere dar, da die Immunabwehr zum Schutz des Embryos und Fetus während der Schwangerschaft heruntergefahren wird. Eine Influenza kann Mutter und Kind hierdurch aber auch stärker belasten. Die Impfung wird in der Regel ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel empfohlen.
  • Weitere Risikogruppen sind Menschen mit chronischen Erkrankungen der Atemwege, des Herz-Kreislaufs, der Leber und der Nieren. Auch bei Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder immungeschwächten Menschen ist die jährliche Grippeschutzimpfung ratsam.
  • Eine Impfung kann außerdem für alle sinnvoll sein, die engen Kontakt zu Risikopersonen haben, wie medizinisches und pflegerisches Personal oder pflegende Angehörige.

Warum die Impfung jedes Jahr erneuert wird

Influenzaviren sind besonders anpassungsfähige Viren und mutieren schnell. Dem Immunsystem fällt es so schwer, sie zu erkennen. Die Grippeimpfung aus dem Vorjahr bietet daher keinen optimalen Schutz für die nächste Saison mehr und es besteht erneut ein Risiko für schwere Verläufe. Auf Empfehlung der WHO wird die Zusammensetzung der Grippeimpfstoffe deshalb jedes Jahr neu an die genetisch veränderten Virusvarianten aktualisiert. Aus diesem Grund finden Grippeschutzimpfungen auch jedes Jahr statt.

Impfung in Arztpraxis oder Apotheke möglich

Die erste Anlaufstelle für eine Grippeimpfung ist der Hausarzt. Das macht insofern Sinn, weil der eigenen häuslichen Praxis meist Vorerkrankungen bekannt sind. Schwangeren sei empfohlen, sich vor einer Impfung gynäkologisch beraten und am besten vor Ort impfen zu lassen. 

Seit Oktober 2022 gehört die Grippeschutzimpfung aber auch zur Regelversorgung in Apotheken. Voraussetzung ist eine spezielle Fortbildung. Eine Schutzimpfung gegen Influenza wird nur durch geschulte Apotheker und Apothekerinnen durchgeführt. Die Impfung in der Apotheke ist für gesetzlich Versicherte ab 18 Jahren aus den von der STIKO empfohlenen Gruppen dabei genauso wie in einer Arztpraxis kostenfrei.

 

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