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Gesundheit

Wenn die Nerven schmerzen: Neuropathie

 

Frau hält schmerzenden Fuß mit beiden Händen

© KOLYa AdobeStock 1509085189

Unter dem Begriff Neuropathie versteht man Erkrankungen der peripheren Nerven. Das sind all jene Nerven, die außerhalb von Gehirn und Rückenmark liegen. Ihren Ursprung haben sie im Rückenmark und ziehen sich von dort aus in den gesamten Körper – also zu den Muskeln, der Haut, der inneren Organe oder der Drüsen.
Neuropathien machen sich bei Betroffenen etwa durch fehlende Empfindungen oder Missempfindungen wie Kribbeln oder Brennen bemerkbar. Sind mehrere Nerven betroffen, handelt es sich um eine sogenannte Polyneuropathie. Eine rasche Diagnose sowie die Einleitung der passenden Therapie, sind für die Lebensqualität betroffener Personen sehr wichtig.

Q&A: Neuropathie hat viele Gesichter

Was ist eine Neuropathie?

Neuropathien beschreiben Erkrankungen des peripheren Nervensystems, also jener Nerven, die außerhalb des Gehirns und Rückenmarks liegen. In vielen Fällen sind mehrere Nerven geschädigt, hier spricht man von einer Polyneuropathie. Für Betroffene ist der Leidensdruck oftmals sehr groß, da die Kommunikation zwischen den verschiedenen Nerven und der Muskulatur nicht mehr richtig funktioniert und sich dementsprechend verschiedene Beschwerden ergeben.

Periphere Nerven sind unter anderem dafür verantwortlich, dass wir über die Haut

  • Berührung,
  • Druck oder
  • Schmerzreize

wahrnehmen können. Sie steuern außerdem unsere Muskulatur, kontrollieren die Tätigkeit der inneren Organe sowie den Stoffwechsel. Sind die peripheren Nerven also eingeschränkt, funktioniert die Kommunikation in unserem Körper nicht mehr einwandfrei.

Wie kommt es zu einer Neuropathie?

Neuropathien sind häufig Spätfolgen von Stoffwechselerkrankungen, aber auch durch bestimmte Entzündungen oder Autoimmunerkrankungen kann es zur Störung der Nerven kommen.

Die Ursachen sind also vielfältig, grundsätzlich geht man aber von zwei Hauptauslösern aus:

  • Diabetes mellitus,
  • Alkoholmissbrauch.

Wenn bei Personen mit Diabetes der Blutzuckerspiegel nicht gut eingestellt oder über längere Zeit erhöht ist, erkranken Betroffene meist sehr früh oder schwer an der Neuropathie. Je länger die Zuckerkrankheit besteht, desto höher ist auch das Risiko, Polyneuropathien zu entwickeln.
Was viele dabei nicht wissen: Nervenschänden können sich bereits in einem Frühstadium der Erkrankung entwickeln, so dass viele Betroffene meist noch nichts von ihrem gestörten Zuckerstoffwechsel wissen.

Zusätzlich kann ein Vitamin-B1-Mangel Nervenschäden begünstigen. Menschen mit Diabetes gehören zur Risikogruppe für diese Unterversorgung.

Welche Symptome zeigen sich?

Auch wenn eine Polyneuropathie meist mehrere unterschiedliche Symptome hervorrufen kann und davon abhängig ist, welche Ursache oder Erscheinungsform ihr zugrunde liegt, so ist eines gemeinsam: Beschwerden entwickeln sich meist langsam und schleichend.
Betroffene berichten sehr oft von

  • Gefühlsstörungen,
  • Kraftstörungen oder
  • Schmerzen.

In der Regel sind zunächst die Füße und Zehen betroffen, später auch Finger, Hände und Unterschenkel.

Weitere Symptome, die auftreten können:

  • Muskelzucken,
  • Taubheitsgefühl,
  • Muskelschwäche,
  • Überempfindlichkeit gegenüber Berührungen,
  • Kribbeln,
  • etc.

 

Q&A: Diagnose & Therapie

Wie wird eine Neuropathie diagnostiziert?

Die Diagnose der Neuropathie erfolgt in der Regel auf Basis der jeweiligen Krankengeschichte. Darauf folgt eine neurologische Untersuchung, die dem der Zustand der Nerven getestet wird.
Überprüft wird etwa, wie die Haut auf

  • Berührung,
  • Temperatur oder
  • Vibration

reagiert. Außerdem werden Muskelkraft, Koordination, das Gangbild oder Reflexe untersucht. Meist schießen sich auch noch weitere Untersuchungen zur Überprüfung der Muskeln an.

Welche Therapien gibt es?

Die Behandlung der Neuropathie hängt von der jeweiligen Ursache und dem Ausmaß der Nervenschäden an. Gibt es eine Grunderkrankung, aufgrund derer die Nervenschäden entstanden sind, wird zunächst diese behandelt.

Bei Personen mit Diabetes mellitus sind für die Behandlung einer Polyneuropathie folgende Therapien wichtig:

  • Einstellung des Blutzuckerspiegels,
  • Ausgleich des Vitamin-B1-Mangels,
  • regelmäßige, medizinische Fußpflege,
  • Physiotherapie,
  • transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS),
  • Schmerzmittel


Was kann akut gegen Nervenschmerzen helfen?

Im Akutfall kann Folgendes dabei helfen, die Nervenschmerzen oder das Kribbeln in den Beinen zu lindern:

  • warme oder kalte Umschläge,
  • Bewegung,
  • Bürsten oder Massagebälle mit Noppen,
  • Rauchstopp,
  • maßvoller Umgang mit Alkohol
  • etc.
 

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