|
|||||||
Reizdarm: neue Erkenntnisse und Behandlungsansätze
![]() © mi viri AdobeStock 264616861 Früher oder später schlägt im Leben bei den meisten Menschen irgendetwas einmal sprichwörtlich auf den Magen. Auch dass man „mit Bauchweh“ in eine belastende Situation geht, hat sich im Sprachgebrauch etabliert. Allein daran wird deutlich, wie weit verbreitet es ist, dass der Magen auf Stress reagiert. Auch andere Beschwerden wie ein Völlegefühl nach einer zu reichhaltigen Mahlzeit sind keine Seltenheit. Reagieren Magen und Darm nur gelegentlich und kurz auf die Umstände, liegt alles im normalen Bereich. Hat man jedoch regelmäßig mit Beschwerden zu kämpfen, könnte das Reizdarmsyndrom dahinterstecken. Reizdarm – unspezifische SymptomeDas Reizdarmsyndrom ist vom Auftreten der Symptome bis zur Behandlung von Fall zu Fall verschieden. Grundsätzlich handelt es sich um eine Gruppe von Störungen der normalen Darmfunktion, die sich meistens im Alter zwischen 20 und 30 zum ersten Mal zeigt. Frauen sind davon öfter betroffen als Männer. Zu den häufigen Symptomen zählen:
Je nachdem, welche Beschwerden im Vordergrund stehen, wird das Reizdarmsyndrom noch einmal unterteilt: Beim obstipations-prädominanten Reizdarmsyndrom ist das beispielsweise die Verstopfung, im Gegensatz dazu überwiegt bei diarrhoe-prädominantem Reizdarmsyndrom der Durchfall. Zudem ist es möglich, dass sich die Beschwerden im Laufe der Zeit ändern. In solchen Fällen leiden die Betroffenen beispielsweise mal unter Durchfall und mal unter Verstopfung. Über Verdauungsprobleme zu sprechen, mag unangenehm sein und fällt nicht jedem leicht. Gerade das Reizdarmsyndrom kann jedoch auch zu einem hohen psychischen Leidensdruck führen und den Alltag stark beeinträchtigen. Mag der Gang zum Arzt auch schwerfallen, so ist er doch der richtige Weg, um eine Diagnose zu erhalten, die Behandlung in Angriff zu nehmen und damit auch eine Verbesserung zu erreichen. Bis zur Diagnose kann es nach dem ersten Arztbesuch jedoch noch eine Weile dauern. Ausschluss anderer UrsachenFür das Reizdarmsyndrom gibt es bislang noch keine bestimmte Untersuchung oder einen speziellen Test, der schnell Klarheit bringt. Vielmehr verhält es sich so, dass viele Aspekte ins Auge gefasst werden und andere Ursachen ausgeschlossen werden müssen. Zudem spielt Stress auch bei Reizdarm eine Rolle. Reagiert der Magen also besonders unter Stress, ist das noch kein klares Anzeichen für ein Reizdarmsyndrom, bedeutet umgekehrt jedoch auch nicht, dass die Verdauungsbeschwerden eine rein psychische Ursache haben. Gleichzeitig ist es so, dass die Beschwerden, die im Zusammenhang mit dem Reizdarmsyndrom auftreten, oft eine ganze Reihe Ursachen haben können. Diese anderen möglichen Ursachen müssen zunächst ausgeschlossen werden. All dies kann seine Zeit in Anspruch nehmen. Hilfreich für die Diagnose kann dabei beispielsweise ein Tagebuch sein, indem man Symptome, Zeitpunkt und Umstände wie die Ernährung oder besondere Belastungen dokumentiert. Behandlung folgt mehreren AnsätzenDa sich jede Behandlung bei einem Reizdarmsyndrom nach dem individuellen Fall richtet, gibt es nicht die eine Behandlungsmethode. Eine Behandlung verfolgt mehrere Ansätze, dabei werden auch immer noch neue Erkenntnisse gewonnen, die in die Behandlung einfließen. Bedeutende Faktoren beim Reizdarmsyndrom sind Ernährung und Lebensstil, hier lässt sich einiges erreichen, um die Symptome teilweise bereits einzudämmen:
Ein weiterer Punkt kann der Aufbau oder Umbau des Mikrobioms, besonders der Darmflora sein, da davon ausgegangen wird, dass Störungen des Mikrobioms deutlich zu den Beschwerden beitragen können. Grundsätzlich ist inzwischen die Darm-Hirn-Achse mehr in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt, denn Kommunikationsprobleme zwischen dem Gehirn und dem Darm werden inzwischen auch als wesentlicher Faktor beim Reizdarmsyndrom betrachtet. Wesentlich ist in jedem Fall die Behandlung der Symptome, meist durch passende Medikamente. Da sich beim Reizdarmsyndrom die Beschwerden im Laufe der Zeit auch ändern können, werden die Medikamente dann angepasst. Der regelmäßige Austausch mit dem Arzt ist hier wichtig, um immer auf dem aktuellen Stand zu bleiben.
|
|||||||
|
|
|
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||