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Gesundheit

Darf man Tabletten teilen?

 

Geöffnete Kapsel mit bunten Kügelchen

© Rick Starkman Photo AdobeStock 132057284

Große Vorteile von Tabletten sind die einfache Handhabung und Dosierung. Beim Hantieren mit den Medikamenten kann man erkennen, dass viele Tabletten Kerben in der Mitte aufweisen. Der Gedanke, dass es sich dabei um Sollbruchstellen handelt, um sie besser teilen zu können, liegt nahe. Doch darf man wirklich alle Tabletten teilen? Und wenn ja, was gilt es dabei zu beachten?                                                                  

Bei diesen Tabletten gibt es keine halben Sachen

Bestimmte Arten von Tabletten darf man tatsächlich nicht teilen. Dazu zählen unter anderem:

  • Retard-Tabletten
  • Magensaftresistente Tabletten
  • Tabletten mit CMR-Wirkstoffen
  • Kapseln

Bei Retard-Tabletten handelt es sich um Medikamente, die ihren Wirkstoff über einen gewissen Zeitraum nach und nach freisetzen. Wenn die Tablette geteilt wird, kann es unter Umständen nicht mehr gewährleistet sein, dass der Wirkstoff wie vorgesehen freigesetzt wird. Hier gibt es Ausnahmen, bei denen die Wirkstoffe in einer bestimmten Art in der Tablette liegen. Um sicherzugehen, sollte man jedoch im Beipackzettel nachlesen oder direkt beim Arzt nachfragen.

Außerdem gibt es Tabletten mit einem speziellen Überzug, der verhindert, dass der Wirkstoff schon im Magen freigegeben wird. Diese Tabletten sind magensaftresistent. Für eine solche Resistenz kann es verschiedene Gründe geben, zum Beispiel dass der Wirkstoff die Magenschleimhaut angreifen würde oder umgekehrt, dass die Magensäure diesen Wirkstoff zerstören würde. Entsprechend soll durch den Überzug sichergestellt werden, dass der Wirkstoff erst im Darm vom Körper aufgenommen wird. Würde man eine solche Tablette teilen, würde eine Bruchkante ohne den wichtigen Überzug entstehen, die Tablette wäre also nach dem Teilen nicht mehr magensaftresistent.

Die Abkürzung CMR steht für kanzerogen, mutagen, reproduktionstoxisch. Tabletten mit CMR-Wirkstoffen sind also solche, die krebserregend sind, Veränderungen im Erbgut bewirken oder die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Diese dürfen deshalb nicht geteilt werden, weil beim Teilen winzige Partikel in die Luft gelangen können. Bereits solche kleinsten Mengen, die über die Atmung aufgenommen werden, können gefährliche Nebenwirkungen nach sich ziehen.

Bei Kapseln liegt der Grund dafür, sie nicht zu teilen, schlicht darin, dass zumindest Weichkapseln dafür nicht geeignet sind. Der Inhalt einer Weichkapsel hat oft keine feste Konsistenz, sondern ist zähflüssig oder flüssig.

Außerdem gibt es Wirkstoffe in Tabletten, die wegen ihres unangenehmen Geschmacks mit einem Überzug versehen sind oder solche, die zu stark mit Umwelteinflüssen wie Feuchtigkeit oder Sauerstoff reagieren. Auch Tabletten aus dieser Kategorie sollte man nicht teilen, da man dann entweder einen sehr unangenehmen Geschmack riskiert oder sogar der Wirkstoff geschädigt werden kann.

Hier darf geteilt werden

Neben Tabletten, die nicht geteilt werden dürfen, gibt es auch solche, bei denen das Teilen unkritisch oder sogar vorgesehen ist. Ein typisches Beispiel sind Schmerztabletten. Hier findet sich oft sogar im Beipackzettel der Hinweis, es zunächst mit der geringsten möglichen Dosis zu versuchen und entsprechend nur die Hälfte der Tablette einzunehmen. Besonders gilt das für Schmerztabletten, die auch in der Schwangerschaft geeignet sind, da gerade in dieser Zeit möglichst wenige Wirkstoffe eingenommen werden sollten.

Daneben kann es auch weitere Gründe für eine Teilung von Tabletten geben, zum Beispiel benötigt ein Patient nur die halbe Dosis, aber das Medikament ist nur in Form der kompletten Dosis erhältlich. Wenn Medikamente verordnet werden, die anders eingenommen werden sollen als in der vorliegenden Dosierung, wird der Arzt dies jedoch in aller Regel mit seinem Patienten besprechen.

Tabletten richtig teilen

Wenn man Tabletten teilt, gibt es dazu mehrere Methoden. Egal welche man verwendet, in jedem Fall ist Hygiene wichtig, also saubere Hände und Flächen. Muss man regelmäßig teilen, kann ein Tablettenteiler sinnvoll sein. Das ist in jedem Fall der präziseste Weg, um eine Tablette korrekt zu teilen. Manche Tabletten lassen sich auch vergleichsweise einfach mit den Fingern teilen. Ungeeignet zum Teilen von Tabletten sind jedoch Küchenmesser oder sogar Scheren. Hier besteht einerseits das Risiko, dass man die Tablette unsauber teilt, zu große Anteile der Tablette so zerkleinert, dass man das Pulver nicht mehr einnehmen kann oder Stücke der Tablette gleich verloren gehen. Andererseits kann man mit einem Messer schneller abrutschen, hier besteht also Verletzungsgefahr.

Zudem sollte man Tabletten erst unmittelbar vor der Einnahme teilen und keine Vorräte geteilter Tabletten anlegen, also z.B. nicht mehrere geteilte Tabletten in einer Pillendose aufbewahren. Eine solche Aufbewahrung kann die Wirkstoffe beeinträchtigen.

 

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