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Gesundheit

Beratung in der Apotheke: Betreuung bei Einnahme von Krebsmedikamenten

 

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Seit dem Sommer 2022 haben Patienten Anspruch auf pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) in der Apotheke. Das heißt, bei bestimmten Erkrankungen oder gesundheitlichen Bedürfnissen kann man eine Beratung beim Apotheker in Anspruch nehmen, um eine Verbesserung in der jeweiligen Versorgung zu erzielen.

Einige Krebserkrankungen werden nicht (nur) mit Infusionen, sondern auch mit Tabletten oder Kapseln, die man zu Hause eigenständig einnimmt, behandelt. Besonders bei der oralen Krebstherapie tauchen bei den Patienten viele Fragen und Unsicherheiten auf: Wie nehme ich das Medikament richtig ein? Was passiert, wenn ich die Einnahme vergesse? Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Die Betreuung bei der Einnahme von Krebsmedikamenten („Pharmazeutische Dienstleistung bei oraler Antitumortherapie“) zielt darauf ab, Patienten bei der Medikamenteneinnahme individuell zu beraten. Diese besondere Unterstützung kann dabei helfen, den Medikationsplan besser zu verstehen und sicher umzusetzen. Man wird von der Apotheke Schritt für Schritt begleitet – von der richtigen Einnahme über mögliche Wechselwirkungen bis hin zum Umgang mit Nebenwirkungen. Dabei geht es nicht nur um fachliche Informationen, sondern auch um persönliche Bedürfnisse und Sorgen.

Q&A: Wissenswertes zur Betreuung bei Einnahme von Krebsmedikamenten

Warum soll ich diese Dienstleistung in der Apotheke in Anspruch nehmen?

Wer in den letzten sechs Monaten ein neues Krebsmedikament zur Einnahme verordnet bekommen hat, kann diese Beratung in Anspruch nehmen. Sie zielt darauf ab, Patienten bei der Einnahme ihrer Medikamente zu unterstützen. Wie bei vielen anderen Erkrankungen müssen für eine erfolgreiche Therapie die Krebsmedikamente sehr gewissenhaft und korrekt eingenommen werden. Kommen dazu vielleicht noch andere Medikamente, kann man schnell den Überblick verlieren.

Im Rahmen der Beratung wird

  • eine individuelle Betreuung und intensive Beratung durchgeführt,
  • der Medikationsplan auf Unverträglichkeiten überprüft und aktualisiert,
  • die Einnahme der Medikamente optimiert.

Potenzielle Sicherheitsrisiken bei der Kombination von mehreren Medikamenten können in der Apotheke frühzeitig identifiziert und erkannt werden. Die Beratung umfasst vor allem Informationen zu Eigenschaften und Besonderheiten der Krebsmedikamente zum Einnehmen.

Die Vorteile der Beratung sind:

  • ausführliche und individuelle Beratung,
  • mehr Übersicht bei der Einnahme,
  • Erkennen und Lösen von Risiken und Nebenwirkungen,
  • ein aktueller Medikationsplan,
  • ein höheres Maß an Lebensqualität.

Wie läuft die Beratung bzw. die Dienstleistung ab?

Insgesamt sollten zwei Gesprächstermine an getrennten Tagen eingeplant werden.

Was beim Erstgespräch mitzubringen ist:

  • Medikationsplan,
  • Laborwerte,
  • Arztbriefe,
  • Übersicht aller einzunehmenden Medikamente,
  • wenn vorhanden, alle pflanzlichen Präparaten und Nahrungsergänzungsmittel.

Im Erstgespräch wird ausführlich über alle einzunehmenden Medikamente und deren Anwendung gesprochen – mit Hauptaugenmerk auf die Krebsmedikamente.
Im Anschluss werden die Daten von der Apotheke ausgewertet und es wird überprüft, ob alle Medikamente gut zusammenpassen, oder ob noch Anpassungsbedarf besteht. Auf Basis dieser Auswertung kann dann ein aktualisierter Medikationsplan erstellt werden.

Beim Zweitgespräch wird der aktuelle Medikationsplan besprochen und es wird besonders auf die Einnahme der Krebsmedikamente eingegangen. Zwei bis sechs Monate nach diesen beiden Gesprächen können in einem Folgegespräch weiterhin auftretende Anwendungsprobleme thematisiert werden.

Q&A: Mögliche Fragen bei der Beratung

Auf welche Themen und Fragen sollte ich bei der Beratung vorbereitet sein?

Folgende Inhalte können unter anderem bei der Beratung vom Apotheker angesprochen werden:

  • Fragen zur Dosierung,
  • Einnahmedauer,
  • Einnahmezeitpunkt,
  • Verhalten bei versäumter Einnahme,
  • Nebenwirkungen,
  • Einnahme von zusätzlichen Medikamenten,
  • Umgang mit Medikamenten zu Hause (Lagerung, Entsorgung etc.),
  • Probleme bei der Einnahme (Schluckbeschwerden etc.)

Konkret können sich folgende Fragen ergeben:

  • Welche Arzneimittel werden aktuell angewendet?
  • Welche Arzneimittel wurden verordnet und welche im Rahmen der Selbstmedikation erworben?
  • Wofür oder wogegen werden die Arzneimittel angewendet?
  • Wie werden die Arzneimittel angewendet (Dosierung, Einnahmezeitpunkt)?
  • Gibt es Beschwerden oder Probleme, die mit der Anwendung der Arzneimittel in Zusammenhang gebracht werden (zur Identifizierung von Hinweisen auf Nebenwirkungen)?
  • Wo werden die Arzneimittel aufbewahrt (zur Identifizierung von Lagerfehlern)?
  • Wie häufig ist es im letzten Monat passiert, dass die Einnahme vergessen wurde?
  • Welche Erwartungen hat der Patient an die Medikationsberatung?
  • Welche Probleme stehen gesundheitlich oder mit den Arzneimitteln im Vordergrund?
 
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