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Gesundheit

Gürtelrose: Ursachen, Symptome und Schutzmöglichkeiten

 

© ryanking999 AdobeStock 649772208

Gürtelrose ist eine Folge der früheren Windpockeninfektion und betrifft Nerven und Haut. Der Verlauf kann schmerzhaft sein, doch mit früher Diagnose, gezielter Schmerztherapie und guter Hautpflege liegt eine wirksame Behandlung vor. Die Impfung bietet außerdem einen wichtigen Schutz.

Von Windpocken zur Gürtelrose im Erwachsenenalter

Fast alle Erwachsenen hatten als Kind Windpocken. Obwohl der Körper die Krankheit damals überstanden, bleibt das Varizella-Zoster-Virus im Nervensystem und kann im Erwachsenenalter eine Gürtelrose zur Folge haben.

Das Virus sitzt bis in Nervenknoten am Rückenmark oder im Kopf und wartet dort im Verborgenen. Wenn sich das Immunsystem mit den Jahren verändert, Abwehrzellen langsamer arbeiten, chronische Krankheiten hinzukommen oder Therapien die Abwehr schwächen, kann das Virus wieder aktiv werden. Es formiert sich jetzt aber zu einem Herpes Zoster, der umgangssprachlich als Gürtelrose bekannt ist.

Gürtelrose reizt die Nerven und kann starke Schmerzen auslösen. Bemerkbar macht sie sich typischerweise durch einen Streifen aus roten Flecken und Bläschen auf einer Körperhälfte. Oft ist der Rumpf betroffen und erinnert so an einen Ausschlag, der einem Gürtel ähnelt. Jedoch sind auch Verläufe am Gesicht, am Auge, am Ohr, am Arm oder am Bein möglich.

Symptome: Wie sich Gürtelrose ankündigt

Viele Betroffene spüren zuerst ein diffuses Krankheitsgefühl, das mit Müdigkeit, Abgeschlagenheit und leichten Kopfschmerzen einhergeht. Manchmal steigt die Temperatur etwas an. Im betroffenen Hautgebiet entsteht ein Brennen, Ziehen oder Kribbeln.

Diese Phase dauert meist einige Tage. Erst danach zeigen sich auf der Haut kleine rote Flecken. Daraus werden Knötchen und kurze Zeit später Bläschen mit klarer Flüssigkeit. Die Haut reagiert dabei extrem empfindlich. Denn dort, wo das Virus aktiv wird, entzündet sich ein Nerv. Schon das Tragen eines T-Shirts kann als unangenehm empfunden werden.

Nach einigen Tagen trübt sich der Bläscheninhalt dann schließlich ein, die Bläschen trocknen ein und verkrusten, bis sie nach und nach abfallen. In der Regel dauert der sichtbare Ausschlag zwei bis vier Wochen.

Wer stärker gefährdet ist

Grundsätzlich kann jede Person mit früheren Windpocken eine Gürtelrose entwickeln. Mehr als 95 Prozent der Frauen und Männer über sechzig tragen das Varizella-Zoster-Virus in sich.

Ab etwa fünfzig Jahren steigt das Risiko für den Ausbruch von Gürtelrose deutlich an. Das liegt daran, dass das Immunsystem mitaltert und weniger flexibel reagiert.
Chronische Erkrankungen können das Risiko für eine Gürtelrose um bis zu 30 Prozent erhöhen. Dazu gehören Diabetes, rheumatische Erkrankungen, chronische Lungenerkrankungen oder Herzschwäche. Aber auch Krebserkrankungen, HIV-Infektionen und Medikamente, die die Abwehr dämpfen, steigern die Wahrscheinlichkeit für Herpes Zoster.

Ist Gürtelrose ansteckend?

Gürtelrose entsteht aus Viren, die bereits im Körper vorhanden sind und bei einem Ausbruch eine Ansteckung mitbringen. Das Varizella-Zoster-Virus sammelt sich besonders in der Flüssigkeit der Bläschen an und ist für ungeimpfte Menschen ansteckend. Die Ansteckungsgefahr gilt jedoch, solange frische Bläschen vorhanden sind. Sobald alle Stellen verkrusten ist der infektiöse Anteil verschwunden. Eine wichtige Schutzsmaßnahme sind Verbände über dem Ausschlag, da sie den Kontakt mit der Bläschenflüssigkeit verringern.

Behandlung von Gürtelrose

Ein zentraler Therapieschritt sind Virustatika. Diese Medikamente bremsen die Vermehrung des Varizella-Zoster-Virus, verkürzen den Krankheitsverlauf und verringern das Risiko für lang anhaltende Nervenschmerzen. Die Behandlung sollte möglichst innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten der ersten Bläschen beginnen.

Bleiben Schmerzen nach Abheilung des Ausschlags bestehen, kann eine spezielle Schmerztherapie notwendig sein. Hier kommen bestimmte Tabletten, lokale Betäubungspflaster oder andere Verfahren in Betracht. Ziel ist, die Schmerzen zu senken und Schlaf sowie Bewegung wieder zu ermöglichen.

Vorbeugung durch die Gürtelrose-Impfung

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen Gürtelrose bereits ab dem fünfzigsten Lebensjahr, wenn chronische Erkrankungen bekannt sind. Für alle anderen ist sie ab sechzig sinnvoll. Sie besteht aus zwei Dosen im Abstand von einigen Monaten. Studien zeigen, dass eine Impfung das Risiko für Gürtelrose und für die Post-Zoster-Neuralgie deutlich sinkt. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten.

 

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