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Gesundheit

Wie der Medikationsplan einen Überblick über Medikamente verschafft

 

Person hält Smartphone mit Gesundheits-App und eine Blisterpackung Tabletten.

© Seventyfour AdobeStock 1848546859

Nicht selten müssen bei bestimmten Erkrankungen Medikamente über einen längeren Zeitraum, in unterschiedlicher Dosierung und zu unterschiedlichen Tageszeiten eingenommen werden. Dabei kann der Überblick leicht verloren gehen. Um Orientierung zu geben und eine sichere Einnahme bestmöglich zu gewährleisten, gibt es den bundeseinheitlichen Medikationsplan, der in aller Regel in der Hausarztpraxis vom behandelnden Arzt erstellt wird.

Q&A: Wissenswertes zum Medikationsplan

Was ist ein Medikationsplan?

Ein Medikationsplan (auch als Medikamentenplan bezeichnet) listet überblicksmäßig alle Medikamente auf, die man aufgrund einer Erkrankung einnehmen muss. Anspruch auf diesen Plan haben alle Versicherten, die gleichzeitig drei verordnete Arzneimittel einnehmen oder anwenden müssen, und das für mindestens 28 Tage.

Um die Fehleranfälligkeit möglichst gering zu halten und die Nutzerfreundlichkeit zu erhöhen, wird dieser Plan nach einheitlichen Standards erstellt und sieht deshalb immer gleich aus - selbst, wenn er von anderen Ärzten oder Apothekern aktualisiert wird.
Neben dem Plan in Papierform gibt es diesen seit 2020 auch digital verfügbar als elektronischen Medikationsplan (eMP).

Die Inhalte des elektronischen Medikationsplans lassen sich mit Einwilligung des Patienten auf der elektronischen Gesundheitskarte speichern. Dafür ist eine PIN erforderlich, den die Versicherten von der Krankenkasse bekommen. Auf Wunsch des Patienten kann die Medikation (voraussichtlich ab März 2026) auch in der elektronischen Patientenakte gespeichert werden.

Was steht auf dem Medikationsplan?

Der Medikationsplan enthält eine Auflistung über jene Arzneimittel, die dem Patienten verschrieben wurden, sowie die Selbstmedikation, die ohne Rezept in der Apotheke erworben wird. Üblicherweise findet man unter anderem Informationen

  • zum Wirkstoff,
  • zum Handelsnamen,
  • zur Stärke,
  • zur Darreichungsform,
  • zur verordneten Einnahme und Menge und
  • zum Einnahmegrund.

Frei verkäufliche Medikamente sowie häufig genutzte Medizinprodukte (zum Beispiel Insulin-Pens bei Diabetikern) werden ebenfalls in den Medikationsplan eingetragen. Außerdem sind Name und Geburtsdatum der Patienten sowie die Kontaktdaten des ausstellenden Arztes und das Datum des Ausdrucks Pflichtangaben.

Wie erfolgen die Erstellung und Aktualisierung?

In der Regel erfolgt die Erstellung des Medikationsplans von der jeweiligen Hausärztin bzw. vom jeweiligen Hausarzt, der die Medikation des Patienten koordiniert. Wird man zusätzlich von einer Fachärztin oder einem Facharzt in einer Praxis oder im Krankenhaus behandelt, sind diese dazu verpflichtet, den Medikationsplan zu aktualisieren. Gleiches gilt auch für Apotheken.

Nicht nur in der Hausarztpraxis, sondern auch beim Facharzt oder im Krankenhaus kann der Medikationsplan auch ergänzt oder verändert werden. Dies muss nicht immer in digitaler Form erfolgen, es kann auch handschriftliche Vermerke geben.

Q&A: Nutzung des Medikationsplans

Wie nutze ich den Medikationsplan richtig?

Wenn man aufgrund einer oder mehrerer Erkrankungen regelmäßig Medikamente einnehmen muss und somit einen Medikationsplan erhält, sollte man diesen immer griffbereit haben und (in Papierform) darauf achten, dass der darauf befindliche Barcode möglichst nicht beschädigt wird. Erhält man einen neuen Plan, sollte der alte direkt vernichtet werden, um Missverständnisse oder Verwechslungen auszuschließen.

Der Medikationsplan sollte grundsätzlich bei jedem Arztbesuch vorgewiesen werden, damit der Arzt sich vergewissern und erfassen kann, welche Medikamente eingenommen werden. So kann etwa bei der Verordnung eines neuen Medikaments von Anfang an darauf geachtet werden, ob Wechselwirkungen zu anderen einzunehmenden Medikamenten bestehen.

Wann ist ein Medikationsplan empfehlenswert?

Bei regelmäßiger Einnahme von mehreren Medikamenten über einen längeren Zeitraum kann es manchmal zu Verwechslungen kommen – vor allem, wenn auch noch unterschiedliche Dosierungen eingenommen oder angewendet werden müssen. Es ist daher in solch einem Fall sehr empfehlenswert, einen (elektronischen) Medikationsplan erstellen zu lassen.

Besonders, wenn:

  • neue Medikamente verordnet werden,
  • sich die Dosis und der Einnahmezeitpunkt ändern,
  • regelmäßig rezeptfreie Medikamente gekauft und zusätzlich eingenommen werden,
  • bei der Einnahme Besonderheiten zu beachten sind,
  • die Einnahme mehrerer Medikamente aufeinander abgestimmt werden muss,
  • Allergien oder Unverträglichkeiten bestehen,
  • Nebenwirkungen auftreten,
  • die Anwendung eines Medikaments ausgesetzt wird.
 
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