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Entzündeter Mückenstich: Darauf kommt es jetzt an
![]() © Claudia Nass AdobeStock 209489207 Mückenstiche sind immer lästig, meist sind sie aber völlig harmlos. Wenn die Einstichstelle allerdings ungewöhnlich stark anschwillt und sich schmerzhaft auf der Haut ausbreitet, ist Vorsicht geboten. Ein entzündeter und aufgekratzter Mückenstich kann Komplikationen zur Folge haben, die in sehr seltenen Fällen auch eine Blutvergiftung verursachen. Spätestens dann ist der Gang zum Arzt unabwendbar. Aber welche Warnzeichen gilt es zu beachten und was kann man selbst tun? Weshalb ein Mückenstich jucktJuckreiz ist eine völlig normale Reaktion nach einem Stich. Es zeigt, dass das Immunsystem aktiv arbeitet. Stechmücken geben über ihren Speichel eiweißhaltige Substanzen ab, die dafür sorgen, dass das Blut während der Blutmahlzeit nicht gerinnt. Als Antwort schüttet der Körper den Botenstoff Histamin aus. Es sorgt für die typischen Beschwerden nach einem Mückenstich. Je empfindlicher die Haut ist, desto stärker können Symptome wie Rötung, Schwellung und Juckreiz dann ausfallen. Auch die Mückenart und die Speichelmenge sind wichtige Einflussfaktoren. So schwer es ist, das Kratzen sollte man aber vermeiden. Denn ein Mückenstich kann sich gerade dann entzünden, wenn die betroffene Stelle aufgekratzt wurde und offen blutet. Besonders Kinder, die oft unbewusst kratzen, und Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus oder Durchblutungsstörungen haben ein erhöhtes Risiko für entzündete Mückenstiche. Entzündeter Mückenstich: mögliche FolgenIst die natürliche Schutzbarriere der Haut verletzt, dringen Bakterien leichter ins Gewebe. Offene Wunden erlauben es den Keimen, sich in tiefere Hautschichten vorzuarbeiten. Hier können sie eine lokale Infektion auslösen. Typische Entzündungszeichen sind aus medizinischer Sicht:
Statt abzuklingen, nehmen die Beschwerden über mehrere Tage zu. Manchmal spannt und pocht die Haut und Wundflüssigkeit kann austreten. Bei einer fortgeschrittenen Entzündung bildet sich manchmal auch Eiter. Hinweis: Eine Schwellung oder Rötung bedeutet nicht gleich, dass eine Infektion ausgelöst wurde. Ein wichtiges Warnzeichen liegt aber dann vor, wenn sich die Rötung großflächig ausbreitet. Manchmal erreicht sie dabei sogar die Größe einer Handfläche. Die Gefahr einer Sepsis nach einem Mückenstich Sehr selten lösen die in die Blutbahn gelangten Bakterien nach einem Mückenstich eine Sepsis aus. Bei einer Sepsis gerät die Immunabwehr außer Kontrolle. Beim Versuch, die Erreger zu bekämpfen, werden dabei auch das körpereigene Gewebe und die inneren Organe durch mangelnde Blutversorgung geschädigt. Umgangssprachlich wird Sepsis deshalb auch Blutvergiftung genannt. Ohne sofortige Behandlung drohen Organversagen und ein lebensgefährlicher Kreislaufzusammenbruch. Sepsis ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Pro Jahr sind das etwa 75.000 Menschen. Bis zu 20.000 Todesfälle ließen sich Schätzungen zufolge durch rechtzeitiges Handeln verhindern. Sepsis stellt somit immer einen Notfall dar und muss sofort im Krankenhaus behandelt werden. Zu den Warnzeichen einer Sepsis gehören unter anderem:
Um einen Mückenstich können sich auch rote Striemen um die Rötung bilden, die in Richtung Herz zeigen. Starke Entzündungssymptome nach einem Insektenstich sollten stets abgeklärt werden. Gerade bei Verdacht auf eine Blutvergiftung ist eine frühzeitige Diagnose aber überlebenswichtig. Erste Hilfe nach einem entzündeten MückenstichKühlungEine der wirksamsten Sofortmaßnahmen bei einem Mückenstich ist Kühlung. Das gilt spätestens dann, wenn sich die Einstichstelle entzündet hat. Kälte wirkt wohltuend, weil sie entzündliche Prozesse verlangsamt. Kühlpads oder ein kalter, feuchter Waschlappen lindern die Schwellung und den Juckreiz weitestgehend. Haut sauber haltenSehr wichtig ist außerdem, dass man die Einstichstelle säubert. Ein alkoholfreies Wunddesinfektionsmittel eignet sich besonders gut, um die Haut zu reinigen, ohne sie zusätzlich zu reizen. Nicht kratzenMindestens ebenso wichtig: Die betroffene Stelle sollte möglichst in Ruhe gelassen werden. Kratzen verschafft zwar kurzfristig Erleichterung, verstärkt jedoch häufig den Juckreiz und erhöht das Risiko einer Infektion. Stelle beobachtenHilfreich kann es zudem sein, die Rötung im Blick zu behalten. Dazu markiert man die entsprechende Stelle entweder mit einem Stift oder nimmt täglich ein Foto auf. So lässt sich leichter erkennen, ob sich die Entzündung ausbreitet. Arzneimittel und Medikamente bei stärkeren BeschwerdenBei starkem Juckreiz oder ausgeprägten Hautreaktionen können Arzneimittel und Medikamente aus der Apotheke sinnvoll sein. AntihistaminikaBei Insektenstichen haben sich dabei Gele oder Cremes mit Antihistaminika bewährt. Wie sich vermuten lässt, sollen Antihistaminika vor allem die Wirkung von Histamin hemmen. Sie lindern also:
Kortisonhaltige CremesHat sich bereits eine deutlich stärkere Entzündung entwickelt, braucht es meist eine kortisonhaltige Creme. Kortison wirkt besonders entzündungshemmend, weil es die überschießende Reaktion der Haut eindämmt. StichheilerStichheiler sind Geräte, die für wenige Sekunden Wärmeimpulse an die Einstichstelle abgeben und können so den Juckreiz deutlich abschwächen. Die Hitze verändert die Eiweißstoffe aus dem Mückenspeichel, weshalb die Anwendung von Stichheilern kurz nach dem Stich besonders wirksam ist. AntibiotikaLiegt eine bakterielle Infektion vor, kann auch eine antibiotische Therapie notwendig werden. Die Entscheidung darüber fällt der behandelnde Arzt nach Begutachtung der Hautstelle.
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