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Gesundheit

Reiseübelkeit: Was wirklich hilft

 

Eine elegant gekleidete Frau sitzt mit gequältem Gesichtsausdruck im Flugzeug und hält sich wegen Reiseübelkeit oder Kopfschmerzen die Nase.

© NanSan AdobeStock 903785817

Sommer, Sonne, Urlaubszeit – für viele steht mit dem Urlaub ein Highlight des Jahres an. Gerade wenn man mit einem Bus oder dem Auto verreist, kann es aber zu unschönen Beschwerden kommen, der Reiseübelkeit oder auch Reisekrankheit mit einer ganzen Reihe von weiteren Symptomen.

Das ist typisch Reisekrankheit

Neben der Übelkeit, die bis hin zum Erbrechen führen kann, werden Betroffene noch von weiteren Beschwerden geplagt. Dazu gehören:

  • Schweißausbrüche
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Schnelles Atmen

Die Ursache der Reisekrankheit liegt, vereinfacht ausgedrückt, darin, dass es dem Gehirn schwerfällt, verschiedene Sinneswahrnehmungen zusammenzubringen, die sich teilweise widersprechen. Die Steuerung des Gleichgewichts liegt im Mittelohr. Darin befinden sich winzige Kristalle, die in Bewegung geraten, wenn der Mensch sich bewegt. Über diese Schnittstelle werden Informationen über die Bewegung des Untergrunds und andere Faktoren, die wichtig sind, um das Gleichgewicht zu halten, ans Gehirn weitergegeben. Gleichzeitig findet die Orientierung im Raum über die Augen statt, diese liefern die Informationen, wo vorne und hinten, oben und unten ist.

Spürt der Körper nun also eine Bewegung, die durch das Mittelohr aufgenommen und weitergegeben wird, während die Dinge in der nächsten Umgebung für das Auge jedoch stillstehen, entwickelt sich ein Widerspruch, der dann die unangenehme Reiseübelkeit nach sich ziehen kann. Vorkommen kann dies zum Beispiel beim Lesen im Auto oder im Reisebus: Das Auge meldet dem Gehirn, dass man still sitzt, doch das Mittelohr registriert die Bewegung. Ähnlich verhält es sich, wenn sich Schiffe zur Seite neigen und die Masten nicht mehr senkrecht verlaufen, sondern leicht schräg. Die Reisekrankheit tritt also nicht nur an Land auf, sondern in Form der Seekrankheit auch auf dem Wasser. Dafür können bereits Fahrten mit kleineren Schiffen ausreichen. Auch das Ende einer Schifffahrt kann die Reisekrankheit hervorrufen, nämlich dann, wenn sich der Körper eine Weile auf einem Schiff befunden und an dessen Bewegungen angepasst hat und man wieder an Land geht.

Treffen kann es jeden

Ein paar Tipps gegen Reisekrankheit zu kennen, ist immer sinnvoll, denn selbst Personen, die noch nie damit zu kämpfen hatten, können plötzlich betroffen sein. Sogar Haustiere kann es erwischen. Männer leiden seltener darunter als Frauen, was aber auch damit zusammenhängt, dass der Hormonhaushalt eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Bei Frauen kann Reisekrankheit deswegen zum Beispiel während einer Schwangerschaft erstmals auftreten. Reiseübelkeit ist auch unabhängig vom Alter. Vor allem die Kleinsten sind oft sehr empfindlich, manche Menschen hatten aber auch als Kinder entsprechende Probleme, die sich dann wiederum mit dem Alter auswachsen.

Es gibt jedoch einige Faktoren, die die Anfälligkeit für Reisekrankheit erhöhen. Neben hormonellen Schwankungen zählt der Konsum von Alkohol dazu. Auch Migräne-Patienten werden öfter von den Beschwerden geplagt.

Wie kann man vorbeugen?

Um von der Reisekrankheit verschont zu bleiben, kann man einige Verhaltensweisen beherzigen, zum Beispiel:

  • Verzicht auf Alkohol
  • möglichst wenig Koffein
  • eine kleine, leichte Mahlzeit vor Reisebeginn zur Beruhigung des Magens
  • Ablenkung, gerade bei kleinen Kindern

Ist man mit dem Auto unterwegs, hilft es auch als Beifahrer, den Blick auf die Straße zu richten. Ideal ist ein Punkt, der möglichst weit weg ist und sich deswegen nur langsam bewegt. Hat man im Bus die Möglichkeit, sich die Plätze auszusuchen, sollte man welche vorne oder in der Mitte wählen. Manchen Menschen hilft es, aufzustehen und ein Stück zu laufen. Im Flugzeug kommt die Reisekrankheit zwar nur selten vor, aber hier ist ein Platz am Gang dann die bessere Wahl.

Auf Nummer sicher gehen kann man, indem man mit entsprechenden Medikamenten vorbeugt. Wichtig ist die rechtzeitige Einnahme, oft eine halbe Stunde oder Stunde, bevor man aufbricht. Genauere Angaben liefern die Beipackzettel. Für eine passende Empfehlung kann man in der Hausarztpraxis oder der Apotheke nachfragen. Da die Beschwerden auch zu jedem Zeitpunkt zum ersten Mal auftreten können, gehört ein passendes Mittel, gegebenenfalls auch für Kinder, auf jeden Fall in die Reiseapotheke.

 
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