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Gesundheit

„Apps auf Rezept“: Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) im Alltag

 

Eine Person hält ein Smartphone in den Händen, auf dessen Bildschirm eine medizinische Service-App mit einem Arzt-Symbol zu sehen ist.

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Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) werden in der Gesundheitsversorgung zunehmend relevant. Dabei handelt es sich um eine zertifizierte Gruppe von Medizinprodukten, die etwa bei der Behandlung von bestimmten Erkrankungen oder dem Ausgleich von Beeinträchtigungen unterstützen können. Häufig sind diese Anwendungen als App für das Smartphone verfügbar, es gibt aber auch browserbasierte Webanwendungen zur Verwendung auf dem Rechner.

Q&A: Wissenswertes zu Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA)

Was ist eine Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA)?

Digitale Gesundheitsanwendungen, kurz DiGA, sind digitale Produkte, die Patientinnen und Patienten bei der

  • Erkennung,
  • Diagnosestellung,
  • Überwachung,
  • Behandlung oder Linderung

von Krankheiten unterstützen. Sie beruhen maßgeblich auf digitalen Technologien mit geringem Risiko. Zu diesen Anwendungen zählen etwa Apps oder auch browserbasierte Anwendungen, die entweder von den Patienten allein oder gemeinsam mit dem Arzt genutzt werden können.

Anwendungsfelder, in denen DiGA genutzt werden, sind unter anderem:

  • Diabetologie,
  • Gynäkologie,
  • Kardiologie,
  • Logopädie,
  • Psychotherapie,
  • Physiotherapie
  • etc.

Die Apps können von Ärztinnen und Ärzten bzw. von Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten verordnet oder nach Genehmigung durch die Krankenkasse abgegeben werden.

Wofür können Patienten eine Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) nutzen?

Grundsätzlich sollen im Rahmen der DiGA

  • Erkennung,
  • Überwachung,
  • Behandlung,
  • Linderung oder
  • Kompensierung

von Erkrankungen, Verletzungen oder Behinderungen unterstützt werden. Dementsprechend muss es immer eine klare Indikation geben, es muss also immer ersichtlich sein, bei welcher Erkrankung oder Diagnose sie anzuwenden ist – und bei welcher eben nicht. Das bedeutet, dass diese Anwendungen nicht für Personen vorgesehen sind, die Unterstützung bei der Gesundheitsförderung suchen.

Was ist ein DiGA-Verzeichnis?

Im sogenannten DiGA-Verzeichnis lassen sich alle digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) finden, die ein Bewertungsverfahren beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erfolgreich durchlaufen haben.
Dieses Verzeichnis soll allen Beteiligten einen schnellen und transparenten Überblick zu allen Anwendungen ermöglichen.

Folgende Informationen müssen ersichtlich sein:

  • Hersteller und Name der DiGA,
  • medizinische Zweckbestimmung,
  • die an der Zertifizierung beteiligte benannte Stelle,
  • Gebrauchsanweisung.

Grundsätzlich ist es auch Voraussetzung für alle Anwendungen, dass diese zuvor Prüfungen für Anforderungen wie

  • Sicherheit,
  • Funktionstauglichkeit,
  • Datenschutz und
  • Datensicherheit

durchlaufen haben.

Q&A: Die Nutzung von Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA)

Wie läuft die Nutzung ab?

Nach der Verordnung durch eine Ärztin, einen Arzt, eine Psychotherapeutin oder einen Psychotherapeuten erhalten Patienten einen Rezept- oder Freischaltcode für die jeweilige DiGA. Dieser Code kann bei der Krankenkasse eingereicht oder direkt in der Anwendung aktiviert werden. Anschließend lässt sich die DiGA auf dem Smartphone, Tablet oder Computer nutzen.

Die meisten digitalen Gesundheitsanwendungen führen Nutzerinnen und Nutzer Schritt für Schritt durch das Programm. Je nach Anwendung können beispielsweise Übungen, Tagebücher, Erinnerungsfunktionen, Lernmodule oder digitale Therapiebegleitungen enthalten sein. Viele DiGA sind so aufgebaut, dass sie regelmäßig genutzt werden, um langfristige Therapieerfolge zu unterstützen.

Während der Nutzung können persönliche Fortschritte dokumentiert werden. Dabei stehen Datenschutz und Datensicherheit im Mittelpunkt.

Wichtig: Digitale Gesundheitsanwendungen ersetzen keine persönliche medizinische Betreuung, können diese jedoch sinnvoll ergänzen und Patientinnen und Patienten dabei unterstützen, aktiver mit ihrer Gesundheit umzugehen.

Wie kommt man nach Freischaltung konkret zur DiGA?

Hat man den Freischaltcode für eine DiGA von der Krankenkasse erhalten, durchläuft man folgendes Prozedere im DiGA-Verzeichnis:

  • Den Namen der DiGA in die Suchmaske eingeben,
  • anschließend auf das Suchsymbol (Lupe) klicken,
  • bei den Suchergebnissen sollte nun die jeweilige DiGA aufgelistet sein,
  • dort klickt man auf „Weitere Informationen zur DiGA“.

Unterhalb der Kurzbeschreibung der DiGA findet man nun unter „Plattformen“ die Verlinkung zur DiGA.

Warum gewinnen Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) zunehmend an Bedeutung?

Digitale Gesundheitsanwendungen bieten positive Versorgungseffekte, wenn sich der gesundheitliche Zustand von Patienten oder die Möglichkeit zum Umgang mit der Erkrankung durch die Benutzung der Anwendung verbessert. Sie bieten zudem die Möglichkeit, medizinische Versorgung flexibler, individueller und alltagsnah zu gestalten. Sie können Patienten dabei unterstützen, aktiv an ihrer Therapie mitzuwirken und Gesundheitsmaßnahmen besser in den Alltag zu integrieren – besonders bei chronischen Erkrankungen oder psychischen Belastungen.

 
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