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Gesundheit

Nagelpilz immer behandeln

 

© shchus AdobeStock 646308744

Nagelpilz ist meistens in erster Linie ein optisches Problem, denn die Erkrankung ist an den betroffenen Nägeln deutlich sichtbar. Dennoch muss er behandelt werden, damit die Infektion wieder komplett verschwindet. Das erfordert eine gute Portion Geduld.

Wie entsteht Nagelpilz?

Grundsätzlich gehört Nagelpilz zu den Pilzinfektionen (Mykosen) und wird entsprechend in den meisten Fällen von einem Hautpilz verursacht. Möglich ist aber auch, dass ein Hefe- oder Schimmelpilz verantwortlich ist. Die Pilze befallen meistens die Fußnägel, vor allem die Nägel der großen Zehen. Manchmal sind auch Fingernägel betroffen, vor allem dann, wenn Hefepilze der Auslöser waren. Dringen solche Pilze unter den Nagel ein, kommt es zur Infektion. Unter bestimmten Bedingungen ist das Risiko, Nagelpilz zu entwickeln, höher. Oft tritt er zum Beispiel auf, wenn bereits ein Fußpilz vorhanden ist. Andere Faktoren sind beispielsweise:

  • Verletzungen der Nägel
  • künstliche Fingernägel
  • falsche bzw. zu enge Schuhe
  • häufiger Kontakt mit Erregern
  • Erkrankungen der Haut (z. B. Schuppenflechte)

Auch einige andere Erkrankungen oder Medikamente können Einfluss nehmen. Diabetes kann zum Beispiel Störungen der Durchblutung in den Beinen mit sich bringen, was das Risiko erhöht. Auch bei einem geschwächten Immunsystem hat der Pilz leichteres Spiel. Das ist auch ein Grund, warum ältere Menschen häufiger betroffen sind als jüngere: Mit zunehmendem Alter wird die körpereigene Abwehr schwächer.

Ist es zu einer Infektion gekommen, ist der betroffene Nagel weißlich-gelblich bis bräunlich verfärbt. Es kann auch vorkommen, dass sich die Nägel verformen, brüchig werden oder sich verdicken. Im letzten Fall kann dies auch zu Schmerzen führen, wenn Schuhe auf die Nägel drücken. Schließlich kann sich der infizierte Teil des Nagels auch vom Nagelbett lösen.

Verschiedene Behandlungsmöglichkeiten

Meistens ist Nagelpilz zwar störend, bleibt aber ohne weitere negative Folgen. Bei Menschen mit einem schwächeren Immunsystem kann er jedoch auch zu weiteren Infektionen in der Haut der direkten Umgebung beitragen. In jedem Fall sollte man den Pilz behandeln, denn von alleine heilt er nicht ab.

Eine Möglichkeit sind medizinische Nagellacke oder entsprechende Cremes. Diese kann man auch rezeptfrei in der Apotheke erhalten. Außerdem gibt es Sets, bei denen der Nagel aufgeweicht und anschließend der betroffene Teil abgeschabt wird. Teilweise ist auch die Einnahme von Tabletten erforderlich.

Die Rücksprache mit dem Arzt ist in jedem Fall sinnvoll, denn dieser kann zunächst sicher feststellen, ob es sich wirklich um einen Pilz handelt und darüber hinaus auch, um welchen genau. Es kann nämlich auch vorkommen, dass sich Schuppenflechte auf den Nägeln zeigt und dadurch ein ähnliches Bild wie bei einer Pilzinfektion entsteht. Um sicherzugehen, kann eine Probe vom Nagel abgeschabt und unter dem Mikroskop genau betrachtet werden.

Die anschließende Behandlung mit Lack oder Salben kann dann eine längere Zeitspanne in Anspruch nehmen, mehrere Monate sind hier gut möglich. Wie schnell man Nagelpilz loswerden kann, hängt davon ab, wie schnell ein Nagel nachwächst und ob der Pilz vom Rand des Nagels oder von der Wurzel ausgeht. Wichtig ist, Handtücher, Bettwäsche und am besten auch Socken bei 60 Grad zu waschen, um die Erreger auch hier abzutöten.

So kann man vorbeugen

Angenehmer als eine langwierige Behandlung ist es natürlich, erst gar keinen Nagelpilz zu bekommen. Da Nagelpilz sehr oft mit Fußpilz zusammen auftritt, sind die Maßnahmen, die Fußpilz vorbeugen, ebenfalls zum Vorbeugen gegen Nagelpilz geeignet. Zudem fühlen sich Pilze immer in einem warmen, feuchten Milieu am wohlsten. Wesentlich ist deswegen, für saubere und trockene Füße zu sorgen. Gerade wer regelmäßig ein Schwimmbad oder eine Sauna besucht, sollte hier aufmerksam sein. Diese Umgebungen bieten ideale Bedingungen für Pilze, und wer sich häufig an solchen Orten aufhält, ist damit auch öfter den Erregern ausgesetzt. Hilfreich ist es also:

  • Füße, vor allem Zehenzwischenräume, immer gründlich abzutrocknen
  • auf gut passende Schuhe zu achten, die möglichst atmungsaktiv sind
  • Schuhe regelmäßig zu wechseln
  • bei Gelegenheit idealerweise barfuß zu laufen
  • Handtücher alleine zu verwenden und regelmäßig bei 60 °C zu waschen

An Orten, die von vielen Menschen barfuß benutzt werden, sollte man außerdem Badeschuhe tragen, also nicht nur in Schwimmbädern, sondern auch in anderen Gemeinschaftsduschen oder Umkleiden. Auch in Hotels kann das Risiko, sich einen der Erreger einzufangen, bereits erhöht sein.

 
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