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Gesundheit
Entwicklung von Abwehrkräften bei Kindern

Entwicklung von Abwehrkräften bei Kindern

Ein Mensch durchläuft nie wieder so viele Entwicklungen wie während der Kindheit. In dieser Zeit bilden sich unter anderem auch die Abwehrkräfte des Körpers heraus. Säuglinge kommen zwar mit einer gewissen Immunisierung durch die Mutter zur Welt, diese hält aber nur eine kurze Zeitspanne. Danach muss sich die eigene Abwehr entwickeln, das eigene Immunsystem muss stärker werden. Zu diesem Zweck braucht der Körper hauptsächlich zwei Dinge. Erstens eine ausreichende Versorgung mit den nötigen Nährstoffen. Deswegen ist eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen wichtig. Zweitens entwickelt sich jede Fähigkeit nur durch Übung, deswegen muss sich auch die körpereigene Abwehr an kleineren Herausforderungen üben, um mit größeren Herausforderungen fertigzuwerden. Der Körper kann Abwehrstoffe nur schnell genug und tatsächlich erfolgreich bilden, wenn er dies im kleineren Rahmen trainiert hat, die Abwehr entwickelt sich also nur, wenn sie tatsächlich gefordert wird. Aus diesem Grund sollte man Kindern Gelegenheit geben, ihre Abwehrkräfte zu trainieren. Bei der Konfrontation mit einem geringen Maß von beispielsweise Krankheitserregern, kann der Körper lernen, diese als Gefahr zu erkennen und entsprechend zu bekämpfen. Dabei wird ein Kind in aller Regel nicht krank, da der Körper mit dieser kleinen Bedrohung problemlos fertig wird. Treten dieselben Erreger aber später in einem größeren Maß auf, hat der Körper gelernt, mit ihnen fertigzuwerden, und kann im Idealfall auch dann den Ausbruch einer Krankheit verhindern. Im Grunde funktionieren einige Impfungen nach einem ähnlichen Prinzip: Der Körper wird mit einer Dosis der Erreger konfrontiert, die so gering ist, dass es nicht zu einer tatsächlichen Ansteckung mit der Krankheit kommt, die aber ausreicht, um dem Körper beizubringen, diese Erreger als Bedrohung zu erkennen und richtig darauf zu reagieren. Dadurch werden Voraussetzungen geschaffen, auch mit einer größeren Menge der Erreger fertigzuwerden.

Umgekehrt heißt das, Kinder nicht von jeder Situation abzuschirmen, in denen die körpereigene Abwehr zum Einsatz kommen müsste. Dazu gehört zum Beispiel, eine normale Hygiene im Haushalt nicht auf ein übermäßiges Maß auszudehnen. Es ist nicht nötig, beispielsweise einen Tisch nach jeder Mahlzeit mit aggressiven Reinigern zu behandeln und damit eine nahezu keimfreie Umgebung zu schaffen, wenn kleine Kinder im Haushalt leben. Wenn Kinder in so einer geradezu sterilen Umgebung aufwachsen, fehlt ihren Abwehrkräften die Herausforderung, sie können sich nicht richtig entwickeln. Sinnvoller ist es dagegen, Kinder auch draußen spielen zu lassen und zuzulassen, dass sie dabei auch schmutzig werden. Bei Kindern, die in der freien Natur unterwegs sind, die auch mal im Garten oder sonst wie im Boden wühlen, haben Abwehrkräfte und Immunsystem wesentlich bessere Chancen, sich normal zu entwickeln. Auch bei nicht ganz idealem Wetter wie leichtem Regen einen kurzen Spaziergang in angemessener Kleidung zu machen, stärkt die Abwehrkräfte eher, als dass es schadet.

Völlig verständlich ist es, dass man für seine Kinder nur das Beste will und sie daher auch vor vielem schützen will. In Bezug auf die Entwicklung der körpereigenen Abwehr kann es aber so weit gehen, dass man Kindern im Endeffekt alles andere als einen Gefallen tut, wenn man sie zu sehr abschirmt. Hat sich die Abwehr aus Mangel an kleineren Herausforderungen nicht richtig entwickeln können, wird sie nie ihre volle Funktionsfähigkeit erreichen. Das bedeutet, dass Kinder später krankheitsanfälliger sind. Ihr Immunsystem hat größere Probleme, Erreger zu bekämpfen, weil es nicht darauf vorbereitet ist. Spätestens sobald es durch den Besuch des Kindergartens zu regelmäßigem Kontakt mit anderen Kindern kommt, ist die Wahrscheinlichkeit, sich mit fast jeder Erkältung anzustecken, wesentlich höher. In letzter Konsequenz sind Kinder damit häufiger in ihrem Leben krank, was ihnen durch eine ausreichend entwickelte körpereigene Abwehr erspart werden würde.

 

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